Sünden der Vergangenheit 1 - Die Auferstehung, 17. - 19. September 2010

Die Auferstehung des Magiers Ramirez und der Untergang von Vandyn

Dunkle Gerüchte vernahm man jener Tage über das Dorf Vandyn. Ein Fluch liege auf der Ortschaft, so sagte man. Krankheiten gehen um, so erzählte man. Geister hausen in den Wäldern, so wurde berichtet.
Viele Bewohner des Dorfes seien tot oder verschwunden, nur noch wenige Seelen hatten hier ihr Zuhause.
Doch zugleich wurde berichtet von Schätzen; von altem Wissen und magischen Dingen.

Was nun wahr ist und was nur Gerüchte sind, konnten nur jene sagen, die sich auf den Weg nach Vandyn machten.
Und einige waren es, die diese Reise antraten. Die sich auf die Suche nach den Geheimnissen von Vandyn machten. Abenteurer von nah und fern folgten den Gerüchten und erreichten die Grenzen des Ortes. Sie durchreisten die Länder Nalabnors und erreichten die Baronie Waldenfelde und durchwanderten dichte Wälder.

Doch was sie vorfanden war nichts, was man noch als Dorf bezeichnen konnte. Eine Hand voll Menschen hatte hier noch ihr Zuhause. Alle mit der festen Absicht Vandyn für immer zu verlassen. Was sie noch von ihrem Aufbruch trennte, war eine Bestattung.
Die Reisenden und Abenteurer, welche zu jener Zeit in Vandyn waren, nahmen ebenfalls an der Grabsegnung teil.
Während sie gemeinsam des Nachts auf dem Friedhof standen, ereignete sich unweit davon etwas Anderes. Eine Gruppe Reisender und Abenteurer befand sich ebenfalls auf dem Weg nach Vandyn. Mit spärlichem Licht durch die Nacht wandernd, stolperten sie über einige Leichen, die am Wegesrand lagen. Übel zugerichtet waren die Toten und es sah so aus als wenn sie kaltblütig abgeschlachtet worden wären. Noch während die Toten untersucht wurden, ertönte ein lauter Knall.
Der Ursprung dieses Knalls lag auf dem Friedhof. Denn nachdem die Grabsegnung des Priesters beendet war, ertönte dort jener Knall. Doch dies schien nur der Anfang zu sein, denn die Toten entstiegen ihren Gräbern. Der Priester wurde von einem jener Untoten zerfleischt und zwar von dem, dessen Grab er gerade noch gesegnet hatte.
Das Gleiche geschah auch auf dem Weg der übrigen Reisenden: die Verstorbenen standen mit einem mal wieder auf.
Auf dem Friedhof erschien in jenem Moment eine groß gewachsene Gestalt in einer roten Robe. Erfreut über die Szenerie intonierte er mit kräftiger Stimme, dass es geschafft sei, nun seien 50 Jahre vergangen.
Mit ihm erhoben sich weitere Leichen aus ihren Gräbern und diese begannen die Trauergemeinschaft zu attackieren.
Unweit des Friedhofs waren die Reisenden über den Knall erstaunt oder erschrocken und ehe sie wussten woher dieser kam, erhoben sich auch hier die Leichen. Zügig wurden sie niedergerungen und zögerlich wurde der Weg fortgesetzt.
Die Trauergemeinschaft traf in ihrer Flucht auf die Reisenden und man kämpfte sich gemeinsam den Weg frei.
Noch während der Nacht kam es zu Angriffen von weiteren Leichen und unter sie mischten sich zunehmend weitere Untote. Krieger aus Knochen, nur von schrecklicher Magie zusammengehalten; verstorbene Frauen die mit Magie aus dem Grab den Reisenden zu Leibe rückten.
Lange dauerten die Angriffe bis sie urplötzlich abzubrechen schienen. Niemand konnte sagen warum, doch verirrten sich nur noch einzelne Untote ins Lager der Reisenden oder sie schlichen ums Lager.

Am Morgen erwartete die Reisenden eine weitere Überraschung. Eine Gruppe Zerpner Soldaten betrat das Lager. Doch schnell fiel auf, dass diese Soldaten nicht zur lebenden Sorte gehörten. Sie führten einige Übungen durch, bis sie schließlich zu einem Angriff übergingen. Nach einigen weiteren Verletzten war jedoch diese Gefahr gebannt.
Weiteres geschah in der folgenden Zeit. Der ausgetrocknete Brunnen wurde untersucht. Im inneren fand man einen großen Stein in einer L-Form. Nach längeren Überlegungen entschied man ihn aus dem Brunnen zu bergen.
Kaum hatte man ihn aus dem Brunnen geborgen, löste sich dieser auf und an seiner Stelle erschien eine Kreatur die aus Stein und Wald zu bestehen schien. Sie attackierte alle Umstehenden. Mit vereinten Kräften wurde sie angegangen und überwältigt. In diesem Moment verschwand die Kreatur und an seiner Stelle erschien wieder der Stein.

Vom Totengräber wurde ein Buch geborgen, ebenso ein weiteres in einer Kiste, die vom Wirt erbeutet wurde. Das eine war das Tagebuch eines Priesters der eine unglaubliche Geschichte erzählte. Doch noch beunruhigender war das zweite Buch. Das Buch eines Magiers, der ein langen geschmiedeten Plan in die Tat umzusetzen schien:
Der Magier Ramirez hatte vor 50 Jahren den Vogt und die Bewohner des Dorfes manipuliert, sie umziehen lassen, um sie anschließend in eine Falle zu locken in der er selbst zu Tode kam. Doch auch dies schien beabsichtigt. Denn sein Buch berichtete von einer Auferstehung.
Das Buch des Priesters, so sagte man mir, decke sich mit den Ausführungen und führte noch einige Zeit weiter. Der Priester hatte den Dorfbrunnen untersucht und dort einen Stein gefunden. Einen der Steine, die der Magier für sein Ritual im Dorf genutzt hatte. Doch der Priester konnte nicht mehr davon berichten, denn zu jener Zeit faste der Dorfbrunnen nur noch eine geringe Menge Wasser. In dieser war er ausgerutscht und verstarb an den Folgen einer Erkältung.

Ruhe wurde nicht gewährt, Untote in Begleitung eines rot gewandeten Magiers griffen an. Ihr Ziel schien genau der Stein zu sein. Der Magier konnte vertrieben werden, doch stetig kamen Gruppen von Untoten. Auf der Jagd nach Kisten und Büchern waren sie und bedacht darauf mit diesen zu entkommen.

Am Stein aus dem Brunnen erschienen mit einem mal Gestalten. Geister wie sich herausstellte. Geister von Magiern, die verstorben waren. Drei Stück waren es und auch von ihnen konnte das Tagebuch von Ramirez berichten. Sie waren seinen Machenschaften zum Opfer gefallen und wie sich herausstellte, waren ihre Seelen nun in den Stein gebannt. Doch tauchte der rote Magier auf, schon verschwanden sie wieder.
Durch eine Analyse des Steins und durch die Befragung stellte sich heraus, dass der Stein ein gewaltiger Energiesog und –speicher darstellte. Betroffen seien alle lebenden Geschöpfe, besonders jedoch Magier und Kleriker. Hinzu kam jedoch, dass der Stein bereits eine beträchtliche Menge Energie angesammelt hatte und kurz davor stand einen weiteren Effekt auszulösen. Jedoch waren die Konsequenzen unbekannt. Jede Form der Energie- oder Kraftzuführung sorgten dafür, dass sich der Stein weiter auflud.

Der Magier Aaron und sein Begleiter, der Schamane Ashgor, ersannen ein Ritual, welches den Stein zerstören könnte, jedoch auch zugleich den Effekt des Zaubers auslösen könnte. Im Lager war man sich nicht sicher ob man dieses Ritual nun durchführen sollte, doch schien es so als wenn die Möglichkeiten begrenzt waren, da der Stein bereits eine Verbindung mit den Anwesenden eingegangen war.
Während die zwei mit dem Ritual beschäftigt waren, griffen der Magier, dessen Name Ramirez lautete, und seine untoten Schergen das Lager, sowie den Ritualplatz an. Über die Wichtigkeit des Rituals im Klaren verteidigten sich die Reisenden gegen die Angreifer mit erbitterter Wildheit. Immer wieder bestand die Gefahr in den Ritualkreis zu stolpern, der neben des Scheiterns, auch noch eine große Gefahr für Leib und Leben bereit hielt.

Jedoch schienen die Blentaris zu Wachen und ebenso auch die Ausdauer der Ritualwachen. Denn irgendwann schien das Ritual beendet. Die Angriffe der Untoten ebbten ab, zum großen Schrecken von Ashgor sowie aller Umstehenden, erschien Ramirez mitten im Ritualkreis. Er starrte auf die Ritualteilnehmer herab und sprach: „Ihr glaubt doch wohl nicht das eure lächerliche Magie mir etwas anhaben kann. Danke, dass ihr es zu Ende gebracht habt. Ein Geschenk soll Euch zu Teil werden.“
Mit diesen Worten verschwand er, der Stein zersprang und alle umstehenden wurden mit Schmerzen zu Boden geworfen.
Aaron, der Magier war mit seinen Kräften am Ende. Ashgor konnte sich kaum auf den Beine halten. Misstrauen umgab das Lager, aufgrund der letzten Worte von Ramirez.

Vandyn gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Nur leere Hütten und einen Friedhof. Eine Geschichte von Verrat und Betrug, an deren Ende nur die Ungewissheit lauert.
Wie es weitergeht fragt ihr mich? Das vermag ich nicht zu erzählen. Doch mein Gefühl sagt mir, dass es nicht das Ende sein kann.