Der Schatten des Vergangegen, 14. - 16. September 2007
Die Geschichte vom Magier Ramires und dem Dorf Vandyr
Mein Name ist Gallaius Fedarum, ich bin Geschichtsforscher aus Zerpanum. Die nun folgende Geschichte gebe ich so wieder, wie sie mir von Augenzeugen oder aus zweiter Hand in Vandyr berichtet wurde.
Vor vielen Jahren lebte ein Magier Namens Ramires Dolvarn. Er war mit der Gabe der Vorhersehung gesegnet und zugleich geschlagen. Ramires ehelichte eine Frau. Ihr Name war Cadria Hohenfels. Diese Frau sollte Ramires einen Sohn gebären. Doch, und dieses wusste Ramires bereits, würde sie bei der Geburt des Kindes sterben. Ramires wälzte seine Bücher und Aufzeichnungen, doch er fand nichts, was ihren Tod verhindern könnte. So geschah das Unausweichliche und Cadaria starb.
Ramires veränderte sich durch dieses Ereignis. Seinem Sohn war er kein besonders guter Vater. Zum Einen, weil sein Sohn recht seltsam war und den komplexen Gedankengängen seines Vaters nicht folgen konnte, zum Anderen, weil Ramires selber weiter erkaltete und sich in den dunklen Künsten seiner Zunft verlor.
Einige Jahre zogen sie gemeinsam durch Arastea bis sie vor etwa 7 Jahren das Dorf Vandyr in Kalandria erreichten. Ramires überkam eine seiner Vorhersehungen, seit Jahren waren sie nicht mehr über ihn hereingebrochen. Er sah die Zerstörung Vandyrs durch eine Schlammlawine.
Zugleich sah er die Tochter des wohlhabenden Vogtes Darion Munterbach. In einigen Jahren, so dachte er, könnte sie eine gute Ehefrau für seinen Sohn werden.
Ramires trat an Darion heran und berichtete ihm in einer dunklen Nacht in der Dorftaverne das Vandyr zerstört werden würde. Er könne dies verhindern, aber als Gegenleistung würde er die Hand von Maria, die Tochter des Vogtes, für seinen Sohn beanspruchen. In sieben Jahren würde er zurückkehren und dann sollte die Hochzeit vollzogen werden.
Darion willigte in diesen Handel ein und so wurde ein Vertrag aufgesetzt, der mit dem Blut der Vertragspartner unterzeichnet wurde. Ramires verließ das Dorf und Darion ließ eine Versetzung des Dorfes veranlassen.
Im Frühjahr darauf wurde das alte Dorf wirklich von einer Schlammlawine, die durch das Tauwasser aus den Bergen kam, hinfort gespült. Seit dieser zeit wurde das Apfelerntefest zu ehren Darions und der Äpfel, die das Dorf durch die harte Zeit des Frühlings brachten, gefeiert.
Nach sieben Jahren erreichte Darion eine Nachricht. Eine Nachricht, vor der er sich in den letzen Jahren Tag für Tag gefürchtet hatte. Ramires ließ ihn wissen, dass er auf den Weg nach Vandyr sei um sein Recht einzufordern. Der Vogt hatte seiner Tochter von der geplanten Hochzeit bisher noch nichts erzählt. Als er ihr dann von dem Sohn und dem Magier erzählte, verfluchte sie ihn und lief davon. Zumal man an dieser Stelle wissen muss, dass Maria einen jungen Bauernsohn aus dem Nachbarort kennen gelernt hatte.
Als der Magier und sein Sohn Aterem Vandyr erreichten, musste der Vogt sie enttäuschen. Ramires glaubte dem Vogt nicht und schwor ihm, dass er diese Tat bitter bereuen würde. Dem Vogt schon immer nicht ganz trauend, ging Ramires davon aus, dass Darion seine Tochter nur versteckt hätte oder in Sicherheit gebracht hätte und so bereitete er seine Rache vor.
Darion unterdessen setzte ein Kopfgeld auf seine Tochter aus und hoffte das rechtzeitig wackere Helden sein Dorf erreichen würden um ihm beizustehen.
Ramires scharrte eine Gruppe Söldner um sich, die von Hauptmann Sturmfels angeführt wurden und er sammelte einige arme Seelen um sich, die ihm als Opfer für sein Ritual dienen sollten.
Just in dem Moment als Ramires sein Ritual beenden konnte, erreichten die Wanderer, Helden, Soldaten, Kopfgeldjäger und viele mehr den Dorfplatz von Vandyr. Sie erblickten die vier Toten und einen Stein, der wie ein Grab aussah. Ein grünes Licht ging von ihm aus und der Magier im Geleit seiner Söldner zog sich in den Wald zurück.
Jene wackeren Recken, die den Magier und seinem Gefolge nachjagten, stellten schnell fest was der Hintergrund des Rituals war. Ramires hatte eine Barriere erschaffen, die nur mit dem richtigen Hilfsmittel zu passieren war. Ein Anhänger der des Nachts leuchtet.
Im Laufe des Abends fanden einige weitere Angereiste einen Stein oben bei der Taverne. Auch dieser Stein, eine bearbeitete Platte, besaß eine grün leuchtende Stelle. Nachdem man etwas gesucht hatte, wurde vor der Platte ein Schriftrollenbehälter gefunden auf dem ein Rätsel stand. Wie die Rätsel lauteten, konnte man mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sagen.
Nach einigen Überlegungen wurde eine Aktion ausgeführt und das Wort Kraft gesprochen, worauf das Licht des Steines erlosch.
Am darauf folgenden Tag und in der Nacht davor wurden von einigen Leuten weitere Steine und Schriftrollen gefunden. Sie schienen im Zusammenhang mit der Barriere zu stehen.
Magier und Söldner griffen unterdessen immer wieder an bis es zu Verhandlungen mit dem Hauptmann kam. Aber ich greife vor.
Zuerst sollte man festhalten, das Maria Munterbach wieder auftauchte. Sie hatte die Sehnsucht oder die Hoffnung auf Hilfe gepackt und so durchschritt sie die Barriere um anschließend auch in ihr gefangen zu sein. Hilfe und Unterschlupf fand sie bei einer Gruppe von Schamanen, die das Große Schaf verehrten. Diese verkleideten sie als Mitglied ihres Stammes und suchten einen Plan um ihr zu helfen.
Der Sohn des Magiers, Aterem, lief unterdessen durch das Dorf und sprach mit diesem oder jenem. Aufgrund seiner besonderen Art jedoch dauerte es bis er Anschluss fand und jemand mit ihm sprach.
Ein weiteres geplantes Übel des Magiers schlug zu. Die Alchimistin seiner Söldner hatte den Brunnen des Dorfes in der Nacht davor vergiftet und so machte sich unter den Reisenden und der Dorfbevölkerung diese Wirkung bemerkbar. Vielen ging es nicht gut, so litten sie doch an Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Fieber.
In all diesem Übel entführten die Söldner den Priester des Dorfes, der womöglich in der Lage sein könnte das Gift zu stoppen. Sie nahmen ihn mit und der Magier verzauberte ihn, auf dass er den zentralen Stein, jener der Aussah wie ein Grab, berührte. Aber noch zuvor gab er ihm ein Wiedergänger-Gift, so dass er nach seinem Tode als Untoter wieder auferstand. Viel Zeit verging, bis eine Waffe herbeigeführt war, die dem Untoten-Pfaffen den Gar ausmachen konnte.
Inzwischen waren alle vier Steine die den Rand der Barriere säumten entmachtet. Dennoch stand die Barriere. Eine Gruppe Nordmänner hatte Aterem unterdessen gefangen genommen und versuchte ihn als Druckmittel gegen den Magier zu verwenden. Denn für diesen war inzwischen eine andere Frau gefunden worden. Mareike, man nannte sie nur die Frau-die-für-Geld-fast-alles-tut, wollte den jungen Aterem ehelichen. Als Ramires seinen Sohn holen wollte, ihn jedoch nicht fand brach sein Zorn los und er veranlasste die Söldner seinen Sohn zurückzuholen.
In einer blutigen Schlacht fand Ramires den Tod und auch seine Söldner wurden getötet oder flohen außerhalb der Barriere.
Aterem wurde freigelassen, aber zu der Hochzeit zwischen ihm und Mareike kam es nicht mehr.
Da die Barriere immer noch stand wurde der Sohn nun befragt ob er nicht noch mehr wüsste. In der Tat, er hatte eine Seite aus den Aufzeichnungen seines Vaters gestohlen, darin waren die Informationen enthalten wie die Barriere zu zerstören war. So taten die Recken und siehe da: Die Barriere löste sich auf.
Am selben Abend wurden Vogt und Tochter wieder vereint, was zu einem bitteren Streit führte. Die Dorfbevölkerung, die dieses gewohnt war, schloss bereits Wetten ab, wer dieses Mal gewinnen würde.
Man feierte die Ereignisse und drei Steine wurden Zerstört, der Zentralstein wurde in den Dorfbrunnen geschmissen und zwei Abenteurer nahmen den fünften Stein mit sich.
Doch noch am selben Abend wurde der Dorfvogt ermordet. Seine Leiche fand man bis heute nicht und wer die Täter waren, bleibt im Verborgenen. Einige behaupten, es sei eine Gruppe Hochländer gewesen, wieder andere erzählen, dass es Maria selber war. Die Wahrheit liegt vielleicht irgendwo dazwischen.
Aterem ließ am folgenden Tag seinen Vater auf dem Friedhof bestatten. Er zog mit den Helden, Abenteurern und Wanderern fort aus Vandyr. Maria heiratete einen jungen Mann aus einem Nachbardorf und sie wurde zur ersten weiblichen Vogt Vandyrs.
Dies ist die Geschichte vom Magier Ramires. Ein Mann mit einem schwarzen Herzen, in dem das letzte schwache Licht der Liebe zu seinem Sohn glühte. Der bereit war ein ganzes Dorf auszulöschen um sein Recht einzufordern und seinem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen.
Nun hätte ich aber eine andere Geschichte für euch. Aber zuvor, sollte meine trockene Kehle noch etwas befeuchtet werden…
