Norburg 2 - Die Eskorte, 03. - 05. Juli 2009

Im Jahr 1110 endete der Glaubenskrieg zwischen dem Fürstentum Zerpen und dem Norburger-Handelsbund.
Zwei Jahre wurde der Verlierer des Krieges vom Sieger geschröpft. Seit dieser Zeit ging es mit dem Fürstentum stärker und weiter bergab.
Doch Norburg erkannte seinen Fehler. Würde Zerpen in Anarchie und Streit zersplittern, würde dies genauso den Handelbund betreffen.
Anselm von Norburg, der letzte Erbe der Gründerfamilie, wurde vom Norburger Stadtrat zum Botschafter erklärt. Seine Aufgabe soll es sein den Fürsten und sein Volk zu stärken. Doch noch ist sein Ziel nicht erreicht. Eine Hundertschaft aus Söldnern sollte den Botschafter ins Land des ehemaligen Feindes geleiten. Wagemutige Männer und Frauen schlossen sich der Gesandtschaft an. Ihr Ziel und ihre Aufgabe war es das Überleben von Anselm und seiner Frau zu sichern. Ihr Lohn sollte reichlich sein.

Zwei Monate nachdem die Gesandtschaft Norburg verlassen hatte, kamen die ersten Angriffe. Anselm und seine Gefolgschaft mussten sich den Weg frei kämpfen.
Unter starken Verlusten auf beiden Seiten gelang es Anselm und seinem Gefolge eine verlassene Ortschaft zu erreichen. Von seinem hundert Personen starken Schutztrupp waren noch 40 übrig geblieben.

Die Ortschaft. die zunächst verlassen erschien, war Bestandteil eines Hinterhalts. Anselm und seine Truppen wurden von den feindlichen Truppen auf dem Dorfplatz gestellt. Allerdings fielen die Späher der Eskorte den Angreifern in den Rücken.
Anselm und sein Gefolgsmann Miguel versuchten Ordnung in die erschöpften Truppen zu bringen.
Zunächst mit geringem Erfolg, oder mit den falschen Worten, kamen ihnen auch noch in der Nacht weitere Angriffe in die Wege. Auf den Morgen hoffend, schlugen einige wenige Verteidiger immer wieder anrückende Söldner nieder. Vor allem die Söldner aus Tharkon und die Familie Bumona seien hier hervorgehoben, so sagte man mir. Standhaft hielten sie die Nacht durch.

Als der Morgen des folge Tages graute, wurde sich erneut versammelt und die Führer der Untergruppen entschieden gemeinsam mit Anselm was nun zu tun sei.
Es stand fest, dass man die Lage und die Entfernung zur zerpnischen Grenze feststellen müsse: eine Aufgabe für die Späher. Das Lager musste außerdem gesichert und befestigt und eine Führungskette etabliert werden. Zudem benötigten die Alchemisten Kräuter und Pflanzen für ihre stärkenden Mixturen. Zuletzt wollte sich Anselm selbst am Verhör eines Gefangenen versuchen.
Nachdem diese Beschlüsse gefasst waren, brachen auch schon die nächsten Angriffe ins Lager. Geeinter schlug man die kläglichen Versuche schnell nieder, doch schien der Strom nicht abzunehmen und immer wieder stellten sich stärkere Kampfverbände Anselms Eskorte entgegen.
Unterdessen schafften es die Kundschafter Karal und Thorun an den feindlichen Linien vorbei auf die Haupthandelsstraße zu kommen. Sie stellten fest, dass die Grenze kaum noch 15 km entfernt sei. Baraloth eine der Grenzgrafschaften lag in greifbarer Nähe. Doch der Feind verstärkte seine Angriffe und zunehmend wurden die Kampfverbände größer und bedrohlicher. Noch immer fragte man sich jedoch, warum die Angriffe zum Teil so unkoordiniert erfolgten.

Schließlich schaffte es die Eskorte durch die Angriffe hindurch einen Boten durch die Linien zu bringen. Erneut waren es Karal und Thorun die dieses Manöver führten. Dann geschah etwas, was man so sehnlichst erhofft hatte: Zerpnische Verbände marschierten auf das Lager zu. Fünfzehn Mann waren es und erneut stieg große Hoffnung auf. Doch einen Moment! Hatten Anselm und Miguel nicht diesbezüglich etwas erwähnt? Würden die Zerpner nicht zuerst einige Späher schicken um ihr Anrücken anzukündigen? Einige erkannten dieses Problem, doch fast zu spät. Schließlich musste Miguel den Befehl zum Angriff geben als die vermeintlichen Zerpner sich verplappert hatten. Man machte kurzen Prozess mit den Truppen.

Zum Abend hin nahmen die Angriffe ab und einige wenige Späher, so schien es, untersuchten das Lager oder verwickelten die Eskorte in Geplänkel. Es schien als versuchten sie keine Verluste mehr zu erhalten. Dann rissen die Angriffe ab. Was hatte es damit auf sich? Warum ließ man die Angriffe ruhen? Waren dem Feind die Truppen ausgegangen?
Was auch immer der Grund sein mochte, man nutze die Möglichkeit um sich erneut zu formieren. Die Truppen wurde besser organisiert und eine verbesserte Befehlskette aufgebaut. Weiteres Misstrauen wurde geweckt als im Laufe des Tages zwei Gestallten auftauchten: Eine Priesterin der Hariphea und ein reisender Schmied. Beide behaupteten auf der Durchreise nach Katorea zu sein und in der Tat schienen sie über die vorherrschende Situation sehr stark überrascht. Anselm entschied trotz seines Misstrauens die Beiden zu entlohnen um ihre Dienste für seine Eskorte zu kaufen. Doch von ihm sollten sie sich steht's 10 Schritt entfernt halten. Die beiden taten wie ihnen geheißen und der Schmied begann die wenigen Rüstungen, die man ihm brachte, zu reparieren. Zusätzlich schreckte die Priesterin auch nicht davor die Rüstungen mit einem Segen zu belegen.
Schließlich griff der Feind erneut an, so wie es schien, mit allem was er hatte. Zahlreiche Söldner griffen von beiden Seiten das Lager an. Lange brodelte der Kampf. Über eine Stunde brandete die Schlacht vor und zurück. Die Priesterin und auch der Schmied griffen für Anselm und seine Truppen in den Kampf ein. Dennoch schien der Kampf nicht entschieden, immer wieder wurde die Eskorte zurückgetrieben. Doch zu guter Letzt fiel das Los zu Gunsten von Anselm und seiner Eskorte. Der Feind schien geschlagen.

Man teilte erneut Nachtwachen ein und bereitete sich auf weitere Angriffe vor. In einigen Aufzeichnungen, die man bei den Angreifern gefunden hatte, wurde von unermüdlichen Angriffen, selbst des Nachts, berichtet, ebenso wie die Absicht nach Anselms Ableben keine Zeugen zurück zu lassen.
Einige zaghafte Versuche erfolgten noch, doch früh in der Nacht brachen diese Angriffe ab. Als man dabei war einen Gefallenen zu bestatten, erscheinen jedoch zwei seltsame Gestallten. Ihr Körper schienen aus Schatten zu bestehen und einzig ihre leuchtenden roten Augen vermochte man im Dunklen zu sehen. So schnell wie sie erschienen waren, verschwanden sie jedoch. Alles was von ihnen zurückblieb war ein kalter Schauer.
Weitere Angriffe blieben aus und auch von den Rotaugen gab es nichts mehr zu sehen. Doch die Fragen blieben offen: Um wen oder was handelte es sich bei diesen Geschöpfen? Waren sie vom Feind geschickt worden? Hatten sie etwas mit dem Geschöpf zu tun, welches in derselben Nacht, von Don Domar de Borge beschworen wurde? Man fand keine Erklärung und so beließ man es zunächst dabei.

Am nächsten Morgen ließen Anselm und Miguel die Eskorte zum Abmarsch aufbrechen. Man wagte den Vorstoß durch den engen Waldweg. Seit Jahren war hier niemand mehr gewesen um ihn zu pflegen und umgestürzte Bäume zeugten weiter von der vernachlässigten Pflege. Und eben ein solcher wurde vom Feind für einige schnelle Angriffe genutzt, anscheinend mit der Absicht die Eskorte zu ziehen und zu teilen. Doch ohne Erfolg.
Als die Eskorte jedoch aus dem Wald hervortrat stand ihnen erneut eine Truppe des Feindes gegenüber. Ein schwer gepanzerter Schildwall begann die Eskorte erneut zu bedrohen. Zauber prasselten auf die Angreifer ein. Doch der Schildwall hielt. Geschosse flogen von beiden Seiten und schwer war ein Sieger auszumachen. Verwundete wurden auf beiden Seiten gezählt doch schlussendlich konnte ein Schicksalsschlag entscheiden. Wie auf Bestellung erhielt die Eskorte Hilfe. Die durch den Boten angeforderte Zerpnische Unterstützung hatte sich diesen Moment gesucht um am Waldrand aufzuschlagen. Gemeinsam mit diesen Truppen zerschlug man den Feind.
Doch sie brachten nicht nur gute Nachrichten. Das Gebiet um Baraloth sei voll Aufständischer. Der vor ihnen liegende Weg sei zwar größtenteils sicher, jedoch müsste man jederzeit mit neuen Unruhen rechnen.
Anselm und seine Eskorte schlugen jedoch erleichtert darüber, dass die Kämpfe kurzweilig ein Ende zu haben schienen, ihren Weg gen Baraloth ein.

Einige Wochen später erreichte man Thomasburg. Die Eskorte hatte in Zerpen keine weiteren Kämpfe auszutragen. Anselm war sicher und bis auf die Bumona waren alle Söldner aus dem Dienste Anselms entlassen worden. Weitere Aufständische wie in Baraloth schienen bisher auszubleiben.
Doch weitere Fragen quälen den Aufmerksamen Beobachter oder Leser. Wer war oder ist am Ableben von Anselm interessiert? Woher kam diese Vielzahl an Truppen Stehen die Angriffe auf Anselm in einem Zusammenhang mit den Aufständen um Baraloth? Was hat es mit den Rotaugen auf sich? Doch eines kann ich nur sagen, bisher mag ich euch noch nicht mehr erzählen, aber wenn das eine oder andere Bier meine Kehle befeuchtet, dann werde ich euch erzählen was sich so in Vandyn ereignet hat…