Brot und Spiele - 1500 Jahre Zerpanum, 29. - 31. August 2008

Die Geschichte einer Revolution und eines Krieges

Erneut möchte ich euch von einer Begebenheit berichten wie sie mir von vielen Leuten zugetragen wurde. Diese Geschichte spielt in meinem Heimaltland, Zerpanum. Um genauer zu sein in der Grenzortschaft Katorea. Es ist eine Geschichte voller Intrigen, Blut und Tod.

In Katorea war man gewillt, wie überall in Zerpanum, das 1500 Jährige bestehen der stolzen Republik zu feiern. Doch vielen Orts hatte sich unter der Bevölkerung das Gerücht einer Revolution breit gemacht. Einige mochten vielleicht etwas wissen, doch für die meisten steckte dort hinter nichts als Bloßes Weibergeschwätz.

Katorea selbst, so sollte man wissen, liegt am nördlichsten Ende Zerpanums, es ist ein kleines Klientendorf welches als Handelspunkt und Zollstation ins Innere von Zerpanum dient. Ebenfalls versorgt es die umliegenden Grenzstationen.

Aufgrund seiner Grenznähe kamen viele Besucher aus vielen Teilen Arasteas nach Katorea. Der Rotmoorclan, sowie eine Gruppe Händler aus dem Schneegrenztal, ein Tross aus Zelanischen Gesandten und viele Abenteurer und weiteres Reisendes Volk waren vertreten. Sogar zwei Nuktas aus den kürzlich erforschten Gebieten waren dabei.

Am ersten Abend der Ereignisse, so erzählte man, spielte ein Reisender Barde feierliche Lieder in der Taverne. Doch zu später Stunde wurden aus seinen Lieder Hetztiraden gegen das Imperium. Nach einem schnellen eingreifen der Miliz wurde der Barde „unsanft“ in den Kerker befördert wo er bis zu seinem Abtransport nach Zerpanum-Stadt verharren sollte.

Schon früh, so berichtete man mir, kam es zu einigen Missverständnissen bezüglichen des Zerpanischen Besucher-Rechts und den damit verbundenen Papieren. Doch dies konnte die angekündigten Festspiele nicht trüben. Selbst die große Zahl an Räubern und Dieben konnten die Freude auf die Kämpfe in den Arenen nicht schmälern.

So begann nun der Haupttag der Festspiele und große Spannung lag in der Luft. Viele Kämpfer meldeten sich freiwillig für die Kämpfe in der Arena und auch für das Bogenschützen- und Denkerturnier gab es einige Bewerber.

Eröffnet wurden die Spiele mit einigen zum Tode verurteilten Sklaven die gegen einige Gladiatoren auf Leben und Tod antreten sollten. Dem Volk und den Besuchern wurde hierbei der glorreiche Sieg, der Zerpanischen Entsatzungstruppen gegen die Schwarze Garde, in Neufinster, präsentiert. Fortgefahren wurde mit einem Turnier bei dem die Beteiligten bis zum dritten Blut antraten. Anschließend war das Bogenschützen Turnier an der Reihe. Die Menge freute sich auf mehr. Und sie sollten mehr bekommen. Denn sowohl die Kämpfe auf Leben und Tod, wie auch das große Finale standen bevor.

Während die Spiele tobten, hatten einige Besucher den Verdacht, dass es sich bei den Räubern um mehr als nur Räuber handelte. Denn am Morgen eben dieses Tages hatte man einige Anschläge, die gegen Imperium hetzten, gefunden und sogar zwei Verdächtige aus dem Dorf waren festgesetzt worden. Nun gingen einige ihren Mutmaßungen nach und beabsichtigten die Räuber zu kontaktieren. Und obwohl sie zurückgewiesen wurden, sollten sie recht behalten.

Nachdem der Sieger der „Auf-Leben-und-Tod“-Kämpfe gekürt war, kam es zum großen Finale. Man hatte eine mächtige Kreatur aus den Tiefen Teklans eigens für die Arena in Katorea herbeigeschafft, die Nemus Substantia. Ein Wesen aus Stein und Borke von einer gewaltigen Größe. Doch leider wurde mitten in eben diesem Kampf der Magier, der diese Kreatur unter Kontrolle hielt, niedergeschlagen. Mächtig stampfte die Kreatur durch das Dorf und hinterließ eine Schneise der Vernichtung bis den Zuschauern offensichtlich klar wurde, dass die Kreatur nur verschwinden wollte: Sie entkam.

Doch die Rebellen hatten sich unterdessen an der Ausrüstung der Besucher zu schaffen gemacht und in Absprache mit dem örtlichen Präfekten kamen sie an leichte Beute. Denn so erzählte man mir; dass eben dieser Präfekt die Aufständischen unterstützt hatte ohne das Wissen seiner Miliz, des Magistraten und dem Grossteil der Bevölkerung.

Noch bevor das Dorf gänzlich zur Ruhe kam, ereilte das Dorf ein Hilferuf. Die Rebellen waren im Begriff einen Anwerbetrupp zu Überfallen. Die wenigen Männer waren der Kampfkraft der Rebellen stark unterlegen und kämpften erbittert um ihr Leben. Bis schließlich die örtliche Miliz, eine Truppe zelanischer Gardisten und einige weitere freiwillige Helfer den Legionären zur Hilfe kamen. Die Rebellen wurden in den Wald getrieben.

Der Zenturio, der Anwerber, trommelte daraufhin eine Truppe kampfstarker Freiwilliger zusammen und gemeinsam mit diesen wurde ein Vorstoß in die dichten Wälder gewagt. Das erklärte Ziel: Den Räubern und Rebellen den Gar aus zu machen.

Während der Gefechte im Wald, so sagt man, machten sich die taktische Position der Rebellen, sowie einige Fehlentscheidungen bemerkbar und die Angreifer wurden aus dem Wald vertrieben. Noch viel Schlimmer, es wurden Gefangene genommen und die Rebellen stürmten das Dorf. In weiteren Kämpfen konnte die Miliz entmachtet werden oder floh vom Ort des Geschehens.

Auch die Besucher und Freiwilligen unterlagen schließlich den Rebellen, die zum größten Teil ehemalige Legionäre waren. Nachdem sie von den Rebellen entmachtet waren, wurde ihnen vom Hauptmann der Räuber ein Ultimatum gestellt. Sie könnten bleiben und gemeinsam mit der Rebellion für die Freiheit Zerpanums kämpfen oder müssten noch heute das Dorf und Zerpanum verlassen.

Viele schlossen sich bereitwillig an, andere wiederum waren zögerlicher und wieder andere waren vollkommen unentschlossen. Doch der Hauptmann ließ sie gewähren, man sagt sich, er habe sich erhofft noch alle für seine Sache gewinnen zu können.

Gegen Abend waren jene Dorfbewohner die auf der Seite der Rebellion standen, sowie die Rebellen und jene, die sich ihr anschlossen in guter Stimmung. Man befreite den Barden und die inhaftierten Bürger und mit steigender Stimmung wurden auch die Letzten überzeugt sich am kommenden Tag gegen die Armeen unseres Imperators zu wenden. Selbst die zelanische Gesandtschaft ignorierte das Bündnis zwischen beiden Nationen und rüstete für den kommenden Kampf. Denn, so berichteten die Späher, Truppen seien schon längst auf dem Weg nach Katorea. Der kommende Morgen würde weiteres Blutvergießen nach Katorea bringen.

Der Rugin-Priester Dalo und die Odra-Priesterin Sonea, hatten am Morgen des nächsten Tages einen Heiligen Boden geweiht, dieser sollte nun den Angreifern zum Verhängnis werden.

Als gegen Mittag die Truppen heranrückten, fanden sie das Dorf verlassen vor. Erst am Rande des Dorfes, hinter dem Tempel hatte sich der Widerstand versammelt. Hinter dem Schutz ihres Heiligen Bodens verschanzten sie sich.

Nachdem der Zenturio des Truppenverbandes in den Boden getreten war, erlitt er den Zorn Odras, aber schaffte es hinaus zu wanken. Trotz dieser feindseligen Handlung war er dennoch bereit zu verhandeln. Er verhandelte mit den Zelanern, dass diese doch ein Einsehen haben sollten und nicht auf die Worte eines Verräters hören sollten. Er bat sie um Einsicht und versprach ihnen freien Abzug und kein weiteres böses Blut solle zwischen Zelanern und Zerpanern fließen.

Anfangs schien es so, als wenn die Zelaner einlenken würden. Bereitwillig wollten sie sich zu den Zerpanern stellen, doch es war alles nur Verrat und Possenspiel. Mit der Absicht dem Zenturio die Kehle zu durchschneide,n verließen sie den Heiligen Boden. Doch es missglückte. Odra muss an diesem Morgen sehr gnädig gewesen sein, denn sie ahndete nicht die Lügen die auf dem Heiligem Boden gesprochen wurden.

Sofort eröffneten die Truppen auf dem Hügel das Feuer mit Bögen, Armbrüsten und Wurfpila. Danach begann der Kampf. Es war ein langes hin und her. Man mochte kaum den Sieger bestimmen. Doch zu guter Letzt, schwer angeschlagen und mit einigen Verlusten, obsiegten die Rebellen.

Der Hauptmann der Räuber war gefallen und viele der „Besucher“ zu schwer angeschlagen um sich der nachrückenden Verstärkung der Zerpaner zu stellen. So verließen sie Katorea und Zerpanum. Ihr Ziel ist mir nicht bekannt. Und der Präfekt, der die Rebellion unterstützte, entschwand mit einigen Rebellen. Sie zogen zum Hauptheer der Revolution, an die Seite von Valenz Flavius.

Einige Tage später kam es zum großen Gefecht zwischen der Legion von Valenz und zwei Legionen aus Zerpanum bei den Feldern von Mylia. Valenz und seine Truppen wurden geschlagen. Doch Valenz und einige Untergebene entkamen.

Doch die Ereignisse in Katorea hatten weitere Kreise gezogen. Krieg und nicht eine Rebellion standen womöglich vor den Grenzen Zerpanums. Aber wie immer ist dies eine andere Geschichte.

Der Untergang Zerpanums

Mehrere Wochen später ereignete sich ein weiteres geschichteschreibendes Ereignis auf Arastea.

Alles begann an einem warmen Herbst Morgen, so sagt man sich. Am Kamm der Hügel, die Zerpanum Stadt einschließen, kroch Odras Scheibe gerade dem Himmel entgegen. Man ging seinem täglichen Geschäft nach und alle waren froh über die großzügige Ernte, die dieses Jahr eine Hungersnot verhindert hatte. Denn so schlecht wie sie im Vorjahr ausgefallen war, soviel besser war sie doch in diesem Jahr. Die Feierlichkeiten und ihr dunkler Schatten - die Revolution des Valenz und die damit verbundenen Streitigkeiten mit Zelanis - schienen schon so gut wie vergessen. Man sagt sich an jenem Morgen war es der Imperator selbst, der als erster das Unheil erblickte und Tränen liefen ihm übers Gesicht. Als es geschah standen alle starr. Und bevor das Ende kam, die wenige Augenblicke davor, sahen sie alle auf zum Himmel, eine unheimliche Ruhe umgab einen jeden Einzelnen. Als erstes färbte sich der Himmel schwarz, Wolken, die den Tag zur Nacht machten, verschleierten Odras Scheibe. Und dann brach sie auf, die Wolkenschicht. Es war Feuer welches vom Himmel fiel, wunderschön und tödlich. Das Schicksal Tausender wurde innerhalb weniger Momente besiegelt. Sie kamen um in den Flammen oder später in der dicken Staub- und Dreckwolke, die sich über Zerpanum legte. Wer nicht sofort starb, der wünschte es sich jedoch alsbald. Für viele war es das Ende In ganz Arastea spürten Magier und Priester das Sterben eines Volkes, doch keiner von ihnen begriff, was es war. Nach weniger als einer Stunde war der Spuk vorbei. In Zerpnaum herrschte Stille und viele Bewohner Arasteas fragten sich was dies für ein seltsamer Sternschnuppenschauer gewesen war, den sie am Himmel gesehen hatten. Es dauerte einige Wochen bis die Nachrichten sich auf Arastea verbreiteten. Mit ihnen kamen einige wenige Überlebende, Männer und Frauen die am Rande von Zerpanum gelebt hatten oder andernorts auf Arastea beschäftigt waren. Sie brachten die Geschichten von Tot und Zerstörung mit sich. Die Geschichte vom Untergang von Zerpanum und die Frage „Warum musste dies Geschehen?“